Eine Auszeit von der Betreuung und Pflege kann entlasten und die eigenen Kräfte schonen. Nehmen Sie Unterstützung und Hilfe in Anspruch, bevor die Betreuung und Pflege Sie ausbrennt und Ihnen die Energie raubt. Vielleicht helfen Ihnen die nachfolgenden Tipps bei der Entscheidung, welche Unterstützung Sie sich als Entlastung vorstellen können.
Kraftquellen entdecken
Wir haben hier einige Fragen zusammengestellt, die Ihnen helfen, sich dem Thema zu nähern:
- Was hilft mir, mich zu erholen und Energie zu tanken?
- Wieviel Zeit am Tag oder in der Woche brauche ich, um mich zu erholen?
- Gibt es ein Hobby, das ich wieder aufnehmen möchte?
- Gibt es soziale Kontakte, die ich auffrischen und vertiefen möchte?
- Kann ich mir zu Hause einen Rückzugsraum schaffen, etwa durch ein eigenes Zimmer?
- Verlasse ich für meine Aktivitäten die Wohnung, und muss dann eine andere Person die Betreuung übernehmen?
- Wir geben Ihnen einige Tipps, wie Sie Kraftquellen in Ihren Alltag integrieren können.
Wenn Sie wöchentlich wiederkehrende Termine wahrnehmen möchten, kann ggf. eine ehrenamtliche Hilfe die Betreuung zu Hause übernehmen.
Für eine spontane zeitliche Entlastung findet sich vielleicht in der Familie, der Nachbarschaft oder im Freundeskreis zusätzlich eine Person, die die Betreuung zu diesen Zeiten übernimmt.
Eine finanzielle Anerkennung dafür können Sie über die stundenweise Verhinderungspflege finanzieren.
Ziehen Sie sich in einen Raum zurück, der ausschließlich von Ihnen benutzt wird und durchaus auch abgeschlossen werden darf. Natürlich ist es nicht in jeder Wohnung möglich, dafür ein ganzes Zimmer zu beanspruchen. Sie können alternativ einen Zimmerbereich räumlich abtrennen. Verstecken Sie diesen zum Beispiel hinter einem Vorhang. Wenn er die gleiche Farbe hat wie die Wände, wird dieser Bereich bestenfalls nicht mehr als Teil des Raums wahrgenommen. Der so entstandene Raum gehört ganz Ihnen und Ihren Aktivitäten. Ob Sie dort schlafen oder einem Hobby nachgehen – Hauptsache Sie spüren durch diesen Rückzug eine Entlastung und finden Zeit für sich und die eigene Entspannung.
Wann sind Sie das letzte Mal verreist und haben freie Zeit mit allerlei Aktivitäten verbracht? Eine Demenzerkrankung ist kein Hinderungsgrund, denn es gibt zahlreiche Urlaubsangebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen zugeschnitten sind. Am Urlaubsort sorgt beispielsweise eine Tagesbetreuung für Beschäftigung, während Sie einer eigenen Aktivität nachgehen können. Verbringen Sie nur gemeinsame Zeit mit den Aktivitäten, die auch Ihnen Spaß machen, und grenzen Sie sich ab, wo Sie Zeit für sich brauchen. Organisiert werden solche Reisen etwa von den Alzheimer Gesellschaften. Bei Interesse erhalten Sie dort und auch bei anderen Reiseanbietern Unterstützung.
- Persönliche Auszeiten sind hilfreich, um Kraft zu schöpfen, aufzuatmen und zu sich zu finden. Gestalten Sie Ihre Auszeiten ganz individuell und fangen Sie am besten direkt damit an.