Eine jüngere Frau umarmt eine alte Frau.

Schwierige Situationen meistern

Oft gelingt es über ein wertschätzendes Miteinander, den gemeinsamen Lebensalltag zu entspannen und schwierige Situationen zu lösen. Dahinter steckt eine innere Grundhaltung, die es möglich macht, sich in den anderen Menschen einzufühlen, seine Lebenswelt zu akzeptieren und diese wertfrei zuzulassen. Dieser Ansatz ist unter dem Begriff der Validation bekannt. 

Wir zeigen Ihnen anhand einiger Beispiele, wie Sie gemeinsam schwierige Situationen meistern können und dabei Techniken aus der Validation anwenden.

Menschen mit Demenz leben oftmals in Alarmbereitschaft, weil sie die Absichten anderer Menschen missverstehen. Sie setzen sich mit Worten und manchmal auch mit Wurfgeschossen zur Wehr, um Abstand herzustellen und sich zu schützen.

Unser Tipp: Bleiben Sie stehen! Warten Sie einen Moment ab. Versuchen Sie mit einer Frage Kontakt herzustellen, wie etwa: „Hat dich gerade etwas erschreckt?“

Menschen mit Demenz schätzen Situationen oftmals anders ein. Diese Unsicherheit ängstigt und ein Wutausbruch entpuppt sich manchmal als ein Zeichen dieser Angst.

Unser Tipp: Bleiben Sie ruhig! Falls es Ihnen schwerfällt, gelassen zu bleiben, verlassen Sie für einen Moment die Situation. Versuchen Sie, die Gefühle in Worte zu fassen, wie etwa: „Es macht dich wütend. Das tut mir leid.“ oder „Ich glaube, dass dich das ängstigt.“

Menschen mit Demenz vermischen Erinnerungen. Sie wechseln zwischen unterschiedlichen Lebenszeiten und bringen ähnliche Ereignisse durcheinander. Mitunter geraten auch frei erfundene Anteile in diese persönlichen Erzählungen.

Unser Tipp: Vermeiden Sie den Versuch einer Richtigstellung! Sagen Sie etwa: „Das ist interessant.“ oder fragen Sie nach: „Was hast du da gemacht?“, um auf die Situation einzugehen.

Menschen mit Demenz nehmen Verunreinigungen teilweise nicht wahr und empfinden sich als gepflegt angezogen, auch wenn sie verschmutzte Kleidung tragen.

Unser Tipp: Akzeptieren Sie die Entscheidung! Wenn es einen dringenden Termin gibt, der eine vorherige Körperpflege erfordert, können Sie versuchen, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Knüpfen Sie an schöne Erinnerungen an, wie etwa: „Lass uns doch mal wieder Kaffeetrinken gehen. Komm, dafür machen wir uns jetzt mal richtig schön.“

Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen und Sorgen mit einer Fachkraft zu Hause in einem geschützten Rahmen zu reflektieren. Die BARMER bietet hierfür kostenlose häusliche Schulungen.

Tipps für ein besseres Miteinander

Mit etwas Übung gelingt es Ihnen sicher, die jeweils aktuelle Gefühlslage einzuschätzen und ihr unvoreingenommen zu begegnen. Bleiben Sie ehrlich und offen, wenn Sie miteinander sprechen. Dazu gehört auch, dass Mimik, Gesten, Aussprache und Berührungen zu den Worten passen, die Sie sagen.

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Achten Sie darauf, dass Worte und Körpersprache zueinander passen und einander ergänzen. Dies steigert das Verstehen.

Hören Sie aufmerksam zu und beachten Sie das Verhalten und die Körpersprache.

Verwenden Sie einfache und kurze Sätze. Sprechen Sie dabei nur ein Thema an.

Geben Sie Zeit, damit Ihr Gegenüber antworten kann, gerade wenn manchmal Worte fehlen.

Gehen Sie respektvoll miteinander um. Sprechen Sie auf Augenhöhe miteinander.

Berühren Sie Ihr Gegenüber angemessen und situationsgerecht. Berührungen geben Sicherheit und stützen Worte.

Im BARMER-Kompaktseminar für pflegende Angehörige erhalten Sie viele Tipps für ein gelingendes Miteinander und können sich mit Fachkräften und anderen pflegenden Angehörigen intensiv austauschen.